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Netto-Gehalt im Bundesland-Vergleich 2026

Lohnt sich der Umzug ins Nachbarbundesland fürs Gehalt? Wir haben das Netto vom selben Brutto für alle 16 Länder durchgerechnet. Das Ergebnis ist eindeutig, und für viele überraschend.

Recherchiert und geprüft von Dennis Stahlhut
Hintergrund in Personal und Wirtschaft · Werte aus eigener Brutto-Netto-Engine 2026 · Zuletzt geprüft 05.06.2026
Schnellantwort

Vom selben Bruttogehalt bleibt 2026 in fast jedem Bundesland gleich viel netto. Bei 4.000 € brutto (Steuerklasse I, ohne Kirche) trennen die 16 Länder nur 2,78 € im Monat. Den einzigen echten Hebel bildet die Kirchensteuer: In Bayern und Baden-Württemberg sind es 8 % statt 9 %, dazu zahlt Sachsen einen Pflege-Sonderbeitrag. Steuerklasse und Kirchenmitgliedschaft entscheiden über weit mehr Geld als das Bundesland.

Netto bei 4.000 € brutto in allen 16 Bundesländern

Single, Steuerklasse I, 35 Jahre, keine Kinder, KV-Zusatzbeitrag 2,9 %. Sortiert nach Netto mit Kirchensteuer.

Bundesland Netto ohne Kirche Netto mit Kirche
Baden-Württemberg 2.609,13 € 2.567,46 €
Bayern 2.609,13 € 2.567,46 €
Berlin 2.609,13 € 2.562,25 €
Brandenburg 2.609,13 € 2.562,25 €
Bremen 2.609,13 € 2.562,25 €
Hamburg 2.609,13 € 2.562,25 €
Hessen 2.609,13 € 2.562,25 €
Mecklenburg-Vorpommern 2.609,13 € 2.562,25 €
Niedersachsen 2.609,13 € 2.562,25 €
Nordrhein-Westfalen 2.609,13 € 2.562,25 €
Rheinland-Pfalz 2.609,13 € 2.562,25 €
Saarland 2.609,13 € 2.562,25 €
Sachsen-Anhalt 2.609,13 € 2.562,25 €
Schleswig-Holstein 2.609,13 € 2.562,25 €
Thüringen 2.609,13 € 2.562,25 €
Sachsen 2.606,35 € 2.559,59 €

Ohne Kirchenmitgliedschaft ist das Netto in 15 von 16 Ländern centgenau identisch. Nur Sachsen liegt wegen des Pflege-Sonderbeitrags 2,78 € darunter. Mit Kirche behalten Bayern und Baden-Württemberg dank 8 % Kirchensteuer am meisten, die gesamte Spanne über alle Länder beträgt 7,88 € im Monat (95 € im Jahr).

Der wahre Hebel: die Steuerklasse

Gleiches Bruttogehalt von 4.000 €, NRW, ohne Kirche. Hier liegen ganze 687 € im Monat zwischen den Steuerklassen, ein Vielfaches des Bundesland-Effekts.

Steuerklasse Netto / Monat
I (ledig) 2.609,13 €
II (alleinerziehend) 2.715,10 €
III (verheiratet, Hauptverdiener) 2.931,03 €
IV (verheiratet, gleich) 2.609,13 €
V (verheiratet, Geringverdiener) 2.244,52 €
VI (Zweitjob) 2.272,38 €

Was bleibt vom Brutto? Die Referenztabelle 2026

Steuerklasse I, NRW, ohne Kirche. Die Abgabenquote zeigt, welcher Anteil an Steuern und Sozialversicherung geht.

Brutto / Monat Netto / Monat Abgabenquote
2.000 € 1.478,22 € 26,1 %
2.500 € 1.770,81 € 29,2 %
3.000 € 2.056,82 € 31,4 %
3.500 € 2.336,26 € 33,2 %
4.000 € 2.609,13 € 34,8 %
4.500 € 2.875,43 € 36,1 %
5.000 € 3.135,15 € 37,3 %
6.000 € 3.648,00 € 39,2 %
8.000 € 4.601,70 € 42,5 %
10.000 € 5.686,34 € 43,1 %

Mit steigendem Einkommen wächst die Abgabenquote: Bei 6.000 € brutto gehen bereits 39,2 % an Staat und Sozialkassen.

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Methodik und Quellen

Alle Werte sind mit der Brutto-Netto-Engine von rechenbar.de auf Basis des geltenden Rechts 2026 berechnet: Einkommensteuertarif nach § 32a EStG, Solidaritätszuschlag nach geltender Freigrenze, Krankenversicherung 14,6 % plus durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,9 %, Pflegeversicherung 3,6 % (mit Kinderlosen-Zuschlag und Sachsen-Sonderregel), Rentenversicherung 18,6 %, Arbeitslosenversicherung 2,6 %. Annahmen je Berechnung: Single, 35 Jahre, keine Kinder, sofern nicht anders angegeben. Kirchensteuer 8 % in Bayern und Baden-Württemberg, 9 % in den übrigen Ländern. Stand: Juni 2026.

Du darfst diese Daten frei zitieren. Wir freuen uns über einen Link auf diese Seite als Quelle.

Häufige Fragen

In welchem Bundesland bleibt am meisten netto?+
Vom selben Bruttogehalt bleibt in fast allen Bundesländern exakt gleich viel netto. Der einzige spürbare Unterschied: In Bayern und Baden-Württemberg liegt die Kirchensteuer bei 8 % statt 9 %, Kirchenmitglieder behalten dort minimal mehr. In Sachsen zahlen Beschäftigte einen Sonderbeitrag zur Pflegeversicherung und haben dadurch wenige Euro weniger. Ohne Kirchenmitgliedschaft beträgt die Spanne über alle 16 Länder nur 2,78 € im Monat.
Warum ist das Nettogehalt fast überall gleich?+
Lohnsteuer und Sozialversicherung sind bundeseinheitlich geregelt. Der Steuertarif (§32a EStG), der Solidaritätszuschlag und die Beitragssätze zu Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung gelten in ganz Deutschland identisch. Nur die Kirchensteuer und die Pflege-Sonderregel in Sachsen unterscheiden sich nach Bundesland.
Was beeinflusst das Nettogehalt wirklich?+
Viel stärker als das Bundesland wirken die Steuerklasse, die Kirchenmitgliedschaft und die Kinderzahl. Bei 4.000 € brutto trennen die Steuerklassen I bis V rund 687 € im Monat. Allein die Kirchensteuer kostet bei diesem Gehalt etwa 47 € im Monat, also deutlich mehr als jeder Unterschied zwischen den Bundesländern.
Wie viel vom Brutto geht an Staat und Sozialkassen?+
Das steigt mit dem Einkommen. Bei 4.000 € brutto bleiben in Steuerklasse I netto 2.609 €, die Abgabenquote liegt bei 34,8 %. Bei 6.000 € brutto steigt sie auf 39,2 %.
Hinweis: Diese Berechnungen sind Information, keine Steuerberatung. Das tatsächliche Netto hängt von weiteren Faktoren ab, etwa individuellen Freibeträgen, geldwerten Vorteilen oder dem genauen Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse.