Wie genau ist die Naegele-Regel?
Die Naegele-Regel ist eine Faustformel und liefert nur einen statistischen Mittelwert. Sie geht von einem 28-tägigen Zyklus mit Eisprung an Tag 14 aus. Wer einen längeren oder kürzeren Zyklus hat, sollte den Termin korrigieren: Pro Tag längerer Zyklus verschiebt sich der ET um einen Tag nach hinten.
Genauer ist die Ultraschall-Bestimmung in der Frühschwangerschaft (8-12 SSW). Die Größe des Embryos wird gemessen und mit Standardwerten verglichen, daraus ergibt sich der ET. Wenn der Ultraschall-Termin und die Naegele-Berechnung mehr als 7 Tage auseinanderliegen, gilt meist der Ultraschall-Wert.
Die drei Trimester
Das 1. Trimester reicht von SSW 1 bis SSW 13 (etwa Wochen 1-12 nach Befruchtung). Es ist die kritischste Phase mit dem höchsten Fehlgeburts-Risiko, dafür endet hier auch die typische morgendliche Übelkeit. Wichtige Untersuchungen: Erstes Bluttesting, ggf. NIPT, Ersttrimester-Screening.
Das 2. Trimester (SSW 14-26) gilt als die angenehmste Phase. Übelkeit lässt nach, der Bauch wird sichtbar, die Mutter spürt erste Kindsbewegungen (meist um SSW 18-20). Mitte des Trimesters: Organ-Ultraschall mit Geschlechtsbestimmung. Mutterschutz beginnt rechtlich noch nicht.
Das 3. Trimester (SSW 27-40) ist die Vorbereitungsphase. Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor ET (also typisch SSW 34). Geburtsvorbereitungskurse, Hospitanz im Wunschkrankenhaus, Geburtsplan schreiben. Ab SSW 37 ist das Kind "reif" (term), ab SSW 41 wird oft Geburtseinleitung erwogen.
Was, wenn das Kind zu früh oder zu spät kommt?
Frühgeburt: Geburt vor SSW 37+0. Mit moderner Medizin überleben Kinder ab SSW 24 mit guter Prognose, ab SSW 28 sehr hoch. Unter SSW 22 gilt international als nicht überlebensfähig. Bei drohender Frühgeburt: Tokolyse (Wehenhemmer) und Lungenreife-Spritzen.
Übertragung: Geburt nach SSW 42+0. Sehr selten heute, weil ab SSW 41+0 oder spätestens 41+3 fast immer eingeleitet wird (CTG- und Plazenta-Kontrolle ab SSW 40+5).