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Finanzen · 8 Min Lesezeit · veröffentlicht 30.4.2026

ETF-Sparplan starten: In 5 Schritten zum Vermögensaufbau

Ein ETF-Sparplan ist die einfachste Form, langfristig Vermögen aufzubauen. Hier erklären wir Schritt für Schritt, wie du startest, welcher ETF passt und was du steuerlich beachten musst.

Vermögensaufbau klingt kompliziert, ist es aber nicht. Mit einem ETF-Sparplan brauchst du keine Börsenkenntnisse, keinen Berater und kein Vermögen zum Start. Du investierst monatlich einen festen Betrag in einen breit gestreuten Indexfonds. Über 20 bis 30 Jahre baut sich daraus oft ein sechsstelliges Vermögen auf.

Schritt 1: Kläre dein Sparziel und deine Sparrate

Bevor du irgendwas eröffnest, eine ehrliche Standortbestimmung. Drei Fragen:

Schritt 2: Wähle den richtigen ETF

Es gibt über 2.000 ETFs am Markt. Für 90 % der Anleger reicht einer der drei Klassiker:

MSCI World Etwa 1.500 Aktien aus 23 Industrieländern. Schwerpunkt USA (60 bis 70 %), Europa, Japan. Bekannte Anbieter: iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983), Lyxor MSCI World, Xtrackers. TER (Kostenquote) zwischen 0,07 und 0,20 %.

FTSE All-World Wie MSCI World, aber breiter: enthält zusätzlich Schwellenländer (Asien, Lateinamerika). Bekannter Vertreter: Vanguard FTSE All-World (IE00B3RBWM25). TER 0,22 %.

MSCI ACWI IMI Maximal breit gestreut: 9.000+ Aktien aus Industrie- und Schwellenländern, inklusive Small-Caps. Beispiel: SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66). TER 0,17 %.

Welcher ist der beste? Es gibt keinen “besten”. MSCI World ist für Einsteiger völlig in Ordnung. FTSE All-World ist etwas breiter (Schwellenländer dabei). Wichtiger als die genaue Wahl: einfach anfangen.

Wichtig: Wähle einen thesaurierenden ETF (Erträge werden direkt reinvestiert). Daran erkennst du es im Namen (“Acc” oder “thesaurierend”). Ausschüttende ETFs (“Dist”) sind steuerlich aufwendiger und unterbrechen den Zinseszins-Effekt.

Schritt 3: Eröffne ein Depot

Ein ETF-Sparplan läuft über ein Wertpapierdepot. Drei Anbieter sind 2026 für Einsteiger empfehlenswert:

Alle drei sind BaFin-reguliert, deutsche Einlagensicherung greift bis 100.000 €. Eröffnung dauert 5 bis 15 Minuten online, plus PostIdent-Verifizierung.

Schritt 4: Lege den Sparplan an

Im Depot wählst du:

Erste Ausführung passiert im nächsten Monat zum gewählten Tag. Geld wird automatisch vom Verrechnungskonto abgebucht und in den ETF investiert.

Schritt 5: Halten und nicht verkaufen

Der schwerste Teil. Du wirst Kursrückgänge erleben. Der MSCI World hatte zwischen 1975 und 2025 mehrere Jahre mit minus 30 oder minus 40 %. Trotzdem im Schnitt 7 bis 8 % pro Jahr Rendite.

Drei Regeln:

  1. Nicht in Kursrückgängen verkaufen. Wer in der Krise verkauft, realisiert die Verluste. Wer durchhält, ist nach 5 bis 7 Jahren zurück über Wasser.
  2. Sparplan in der Krise nicht stoppen. Im Gegenteil: dann kaufst du günstig. Cost-Average-Effekt.
  3. Keine Spielereien. Stockpicking, Krypto, Hebelprodukte: 95 % der Anleger schlagen den Index nicht. Bleib beim ETF.

Was kostet ein ETF-Sparplan?

Drei Kostenblöcke:

Beispielrechnung

5.000 € Startkapital, 250 € pro Monat, 7 % Rendite, 25 Jahre Laufzeit:

Nach 25 % Abgeltungsteuer (mit Teilfreistellung) bleiben etwa 195.000 € netto. Bei 2 % Inflation entspricht das in heutiger Kaufkraft etwa 119.000 €. Trotzdem deutlich mehr als auf einem Tagesgeldkonto.

Eigene Werte durchrechnen: ETF-Rechner und Zinseszinsrechner.

Drei häufige Fehler

  1. Zu spät anfangen. Jedes Jahr Verzögerung kostet exponentiell. Wer mit 25 startet, hat mit 65 deutlich mehr als wer mit 35 startet, selbst bei gleicher Sparrate.
  2. Zu aktiv sein. Sparplan einrichten und 30 Jahre nicht anfassen ist statistisch besser als jeden Monat den ETF zu wechseln.
  3. Im Crash verkaufen. Der schlimmste Fehler. 2008, 2020, 2022 sind Beispiele für Krisen, die wieder vorbei gingen. Wer durchhielt, gewann.

Fazit

ETF-Sparplan ist langweilig, aber wirksam. Eröffnung in 30 Minuten, dann 25 Jahre laufen lassen. Es gibt keinen einfacheren Weg zum Vermögensaufbau für Normalverdiener. Wichtig: anfangen, dranbleiben, nicht verkaufen.

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