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Arbeitslosengeld-Rechner (ALG 1)

Berechne dein Arbeitslosengeld 1 für 2026. Mit Bemessungsentgelt, Pauschalabzügen (21 % SV + Lohnsteuer), Leistungssatz 60 % oder 67 %.

§§ 149-154 SGB III Stand 2026
01 · Eingabe

Deine Daten

Durchschnitt der letzten 12 Monate vor Arbeitslosigkeit. Maximum: 8.050 € (BBG West 2026), 7.900 € (Ost). Höhere Gehälter werden gedeckelt.
Maßgeblich ist deine Steuerklasse zu Beginn der Arbeitslosigkeit. Bei Ehepaaren mit ähnlichem Einkommen ist Stkl 4 mit Faktor oft die fairste Variante und führt zu höherem ALG. Wechsel beim Finanzamt bis spätestens 30.11. des Vorjahres beantragen.
Mindestens 1 minderjähriges Kind im Haushalt erhöht den Leistungssatz auf 67 % (statt 60 %).
Dein ALG 1 pro Monat
1.428 €
Hochgerechnet auf 30 Kalendertage
Bemessungsentgelt (gedeckelt)
116,67 €
Pauschale SV-Abzüge (21 %)
24,50 €
Pauschale Lohnsteuer
12,83 €
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Wann habe ich Anspruch auf ALG 1?

Drei Voraussetzungen: Du bist arbeitslos gemeldet (persönlich bei der Agentur für Arbeit), du stehst dem Arbeitsmarkt zur Verfügung (gesund, suchst aktiv), und du hast in den letzten 30 Monaten vor Arbeitslosigkeit mindestens 12 Monate pflichtversichert gearbeitet (sogenannte Anwartschaftszeit).

Wichtig: Bei eigener Kündigung ohne wichtigen Grund droht eine Sperrzeit von 12 Wochen, in der du kein ALG bekommst. Bei Aufhebungsvertrag oder Abfindung kann ebenfalls Sperrzeit drohen. Vorher gut beraten lassen.

Wie lange bekomme ich ALG 1?

Die Bezugsdauer hängt von Alter und Vorbeschäftigung ab. Faustregel: Pro 2 Monate Beschäftigung bekommst du 1 Monat ALG. Mindestens 6 Monate, maximal 24 Monate (bei ab 58 Jahren und 48 Monaten Vorbeschäftigung).

Konkrete Übersicht: Mindestens 12 Monate gearbeitet = 6 Monate ALG. 16 Monate = 8 Monate ALG. 20 Monate = 10 Monate ALG. 24 Monate = 12 Monate ALG. Ab 50 Jahren: 24 Monate Arbeit = 15 Monate ALG. Ab 58 Jahren: 48 Monate Arbeit = 24 Monate ALG (Maximum).

Was zählt zum Bemessungsentgelt?

Alle pflichtversicherten Bruttoeinkünfte der letzten 12 abgerechneten Monate. Einmalzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld werden anteilig auf 12 Monate verteilt. Krankengeld, Elterngeld und Mutterschaftsgeld erhöhen das Bemessungsentgelt nicht, verlängern aber den Anwartschaftszeitraum (sogenannte Ersatzzeiten).

Steuerklasse 4 mit Faktor (Faktorverfahren)

Das Faktorverfahren nach § 39f EStG ist eine spezielle Variante für Ehepaare, bei der beide Partner in Steuerklasse 4 bleiben, aber ein individuell berechneter Faktor (zwischen 0 und 1) die Lohnsteuer fair zwischen den Einkommen verteilt. Anders als bei der Stkl 3/5-Kombination zahlen beide Partner monatlich genau ihre faire Lohnsteuer, ohne Steuernachzahlung am Jahresende.

Für die ALG-1-Berechnung wichtig: Die Bundesagentur für Arbeit berücksichtigt das Faktorverfahren, weil es typischerweise zu der niedrigsten Lohnsteuer pro Person führt. Damit fällt das pauschalierte Nettoentgelt höher aus als bei reiner Stkl 4 oder Stkl 5, was am Ende mehr ALG bedeutet. Vorteil besonders bei Paaren mit ähnlichem Einkommen, wo Stkl 3/5 unfair zulasten des geringeren Verdieners wäre.

Antrag beim Finanzamt: Formloser Antrag oder über die elektronische Lohnsteuer-Anmeldung (ELStAM). Der Faktor wird jährlich auf Basis der voraussichtlichen Jahreseinkommen beider Partner neu berechnet. Bei absehbarer Arbeitslosigkeit ist der Wechsel auf Stkl 4 mit Faktor (oder Stkl 3 für den Hauptverdiener vor Arbeitslosigkeit des Partners) eine der wichtigsten Steuer-Optimierungen.

ALG 1 wird auf Steuererklärung erwähnt

ALG 1 ist steuerfrei (§ 3 Nr. 2 EStG), aber unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Das heißt: Es erhöht deinen persönlichen Steuersatz für andere Einkünfte im selben Jahr. Wer 6 Monate ALG bezogen hat und dann wieder arbeitet, sollte unbedingt eine Steuererklärung machen, oft kommt eine Nachzahlung.

Stand: Mai 2026 · Geprüft von Dennis Stahlhut
§
Dieser Rechner liefert eine Schätzung. Die exakte ALG-1-Höhe der Agentur für Arbeit kann durch besondere Konstellationen abweichen: variable Lohnsteuertabelle nach SGB III, Berücksichtigung von Sonderzahlungen, Sperrzeiten oder Sozialgeld-Anrechnungen. Bei Fragen zur eigenen Berechnung ist die persönliche Beratung bei der Agentur für Arbeit oder einer Fachanwältin für Arbeits- und Sozialrecht der richtige Weg.

Häufige Fragen

Wie hoch ist mein ALG 1? +
Ohne Kind: 60 % des pauschalierten Nettoentgelts (Leistungsentgelt). Mit mindestens einem minderjährigen Kind: 67 %. Maximum 2026: ca. 2.390 € pro Monat im Westen, 2.320 € im Osten.
Wie lange bekomme ich Arbeitslosengeld? +
Mindestens 6 Monate, maximal 24 Monate. Faustregel: Pro 2 Monate Beschäftigung 1 Monat ALG. Ab 50/55/58 Jahren mit langer Vorbeschäftigung steigen die Ansprüche.
Was passiert, wenn ich selbst kündige? +
Bei Eigenkündigung ohne wichtigen Grund: 12 Wochen Sperrzeit, in denen du kein ALG bekommst. Plus Anspruchszeit-Verkürzung um die Sperrzeit. Wichtige Gründe: Mobbing, Gesundheitsgefahr, Folgeumzug bei Familienzusammenführung. Vorher beraten lassen.
Was ist die Steuerklasse für mein ALG 1? +
Maßgeblich ist deine Steuerklasse am 1. Januar des Jahres, in dem die Arbeitslosigkeit beginnt. Wer absehbar arbeitslos wird, kann mit Wechsel von Stkl 5 auf Stkl 3 (bei Ehepartner) das ALG erhöhen, sofern der Wechsel rechtzeitig (bis 30.11. vorab) erfolgt.
Lohnt sich Steuerklasse 4 mit Faktor für die ALG-1-Höhe? +
Oft ja, besonders bei Ehepaaren mit ähnlichem Einkommen. Das Faktorverfahren nach §39f EStG sorgt dafür, dass jeder Partner monatlich genau seine faire Lohnsteuer zahlt, statt der überhöhten Stkl 5 für den Geringverdiener. Für die ALG-Berechnung fällt das pauschalierte Netto höher aus als in Stkl 4 oder Stkl 5, also mehr ALG. Antrag beim Finanzamt formlos oder über ELStAM, Wirkung ab dem nächsten Monat.
Wird ALG 1 versteuert? +
ALG 1 ist steuerfrei, aber unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Es erhöht deinen Steuersatz auf andere zu versteuernde Einkünfte im selben Jahr (z. B. das Gehalt aus dem nächsten Job). Steuererklärung wird Pflicht.
Kann ich Nebenjob machen während ALG 1? +
Ja, bis 15 Wochenstunden ist unschädlich. Verdienst über 165 € pro Monat (Freibetrag) wird voll aufs ALG angerechnet. Wer mehr als 15 Stunden arbeitet, verliert den ALG-Anspruch.
Lies dazu im Ratgeber
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