Wie viel du neben der EM-Rente verdienen darfst
Eine Erwerbsminderungsrente bekommst du, wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr voll arbeiten kannst. Trotzdem darfst du in gewissem Rahmen Geld dazuverdienen. Wichtig ist nur, dass du die Grenze kennst. Bleibst du darunter, ändert sich an deiner Rente nichts. Sie wird voll weitergezahlt.
Die Grenze gilt pro Kalenderjahr und zählt deinen gesamten Verdienst zusammen. Egal ob aus einem Minijob, aus Teilzeit oder aus selbstständiger Arbeit. Maßgeblich ist dein Bruttoverdienst, also vor Steuern und Abgaben.
Volle und teilweise EM-Rente: zwei verschiedene Grenzen
Bei der vollen Erwerbsminderungsrente ist die Grenze 2026 niedriger, weil hier davon ausgegangen wird, dass du fast gar nicht mehr arbeiten kannst. Sie liegt bei 20.763,75 Euro im Jahr. Das sind im Schnitt rund 1.730 Euro im Monat, die anrechnungsfrei bleiben.
Bei der teilweisen Erwerbsminderungsrente darfst du deutlich mehr verdienen, weil du noch 3 bis unter 6 Stunden am Tag arbeiten kannst. Hier liegt die Mindestgrenze bei 41.527,50 Euro im Jahr. Deine persönliche Grenze kann höher liegen. Sie hängt vom höchsten Verdienst in den letzten 15 Jahren vor der Erwerbsminderung ab. Diesen individuellen Wert findest du in deinem Rentenbescheid oder du fragst bei der Rentenversicherung nach.
Was passiert, wenn du über der Grenze liegst
Wenn du mehr verdienst als erlaubt, ist deine Rente nicht sofort weg. Es wird nur ein Teil angerechnet. Der Betrag über der Grenze wird durch 12 Monate geteilt. Von diesem monatlichen Mehrbetrag ziehen sie 40 Prozent von deiner Rente ab.
Ein Beispiel: Du hast eine volle EM-Rente und verdienst 26.763,75 Euro im Jahr. Das sind 6.000 Euro über der Grenze. Geteilt durch 12 sind das 500 Euro im Monat. Davon 40 Prozent macht 200 Euro. Diese 200 Euro werden dir jeden Monat von der Rente abgezogen. Bleibt deine Rente höher als der Abzug, bekommst du den Rest weiter ausgezahlt.
Warum die EM-Rente oft nicht reicht
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist meist niedrig. Viele Betroffene liegen unter 1.000 Euro im Monat. Dazu etwas verdienen zu dürfen, hilft. Trotzdem bleibt oft eine Lücke. Wer früh vorsorgt, ist besser abgesichert. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt einen festen Betrag, unabhängig von den Grenzen der Rentenversicherung.