Stundensatz berechnen aus Jahresgehalt, Wochenstunden und Urlaubstagen. Mit echtem Brutto-Wert pro Stunde, nicht nur 40-Stunden-Pauschale.
Wenn du Selbstständig oder Freelancer bist, musst du deinen Stundensatz so kalkulieren, dass du davon leben kannst. Faustformel: dein gewünschtes Bruttogehalt mal 2 geteilt durch 1.500. So kommt der Stundensatz raus. Der Faktor 2 deckt Steuern, Krankenversicherung, Rentenversicherung und Urlaub. Die 1.500 sind die echten Arbeitsstunden im Jahr (nicht 2.000).
Beispiel: du willst 60.000 Euro Brutto wie ein Angestellter verdienen. 60.000 mal 2 geteilt durch 1.500 ist 80 Euro pro Stunde. Klingt viel, ist es aber nicht: davon gehen 18.500 Euro Sozialabgaben (volle Krankenkasse, Rente), 14.000 Euro Einkommensteuer, 6.000 Euro Bürokosten und Versicherungen ab. Netto bleiben etwa 30.000 Euro pro Jahr, also 2.500 pro Monat.
Das Jahr hat 2.080 Arbeitsstunden bei 40 Stunden pro Woche. Aber: du hast Urlaub, Feiertage, Krankheit, Akquise, Buchhaltung. Faktisch arbeitest du nur 1.500 bis 1.700 Stunden FÜR Kunden. Der Rest sind unproduktive Stunden, die du auf die abrechenbaren Stunden umlegen musst.
Realistische Stundensätze in Deutschland: einfache Schreibarbeit 25 bis 40 Euro, Buchhaltung 50 bis 80 Euro, Webdesign 60 bis 90 Euro, Software-Entwicklung 80 bis 120 Euro, Steuerberatung 120 bis 200 Euro, Anwalt 150 bis 300 Euro. Wer deutlich darunter liegt, verdient zu wenig. Wer deutlich darüber liegt, braucht Premium-Kunden oder Spezialwissen.