Warum Tierarztkosten so unterschiedlich sind
Zwei Tierhalter mit demselben Problem können sehr verschiedene Rechnungen bekommen. Der Grund ist der GOT-Satz. Die Gebührenordnung für Tierärzte legt für jede Leistung einen Grundpreis fest, den die Praxis je nach Aufwand mit dem 1- bis 3-fachen Satz abrechnen darf. Ein schwieriger Fall, viel Zeit oder eine aufwendige Narkose treiben den Satz nach oben. Die letzte große GOT-Reform trat am 22. November 2022 in Kraft, eine Überprüfung der Sätze läuft 2026.
Was eine Operation wirklich kostet
Beim Hund liegt eine Kastration meist zwischen 200 und 400 €. Eine Kreuzband-OP ist mit 2.000 bis 4.000 € einer der teuersten Standard-Eingriffe. Eine Tumorentfernung kostet je nach Größe und Lage etwa 240 bis 1.800 €, eine Magendrehung 1.000 bis 2.500 €, eine Wirbelsäulen-OP 2.000 bis 4.000 €.
Bei der Katze ist die Kastration günstiger, beim Kater rund 80 bis 200 €, bei der Kätzin 150 bis 400 €. Eine Kreuzband-OP liegt bei 800 bis 1.500 €, eine Tumor-OP bei 800 bis 2.000 €. Dazu kommen oft Röntgen (über 150 €) und Nachsorge mit Medikamenten und Kontrollen (100 bis 300 €).
Der Notdienst macht es teuer
Wird dein Tier nachts, am Wochenende oder an einem Feiertag krank, greift der Notdienst. Dann darf die Praxis den 2- bis 4-fachen GOT-Satz abrechnen statt des normalen Regelsatzes. Obendrauf kommt eine feste Notdienstpauschale von 50 €. Dieselbe Behandlung kann im Notdienst also schnell das Doppelte kosten. Unser Rechner rechnet die Pauschale ein und weist darauf hin, der höhere Satz hängt vom Einzelfall ab.
Warum sich eine Tierkrankenversicherung lohnen kann
Eine einzige große Operation wie ein Kreuzbandriss kann 3.000 € und mehr kosten, und die zahlst du als Tierhalter komplett selbst. Eine Tier-OP- oder Tierkrankenversicherung übernimmt je nach Tarif den Großteil dieser Kosten, viele Tarife erstatten bis zum vollen GOT-Satz. Wichtig ist, sie abzuschließen, solange dein Tier gesund ist, denn für bereits bekannte Erkrankungen zahlt keine Versicherung.